Prof.Dr.med. Karl-Heinz Schlensker
Nachruf Prof. Dr. Karl-Heinz Schlensker
*20.Februar 1941 +19.Februar 2026
Mit großer Trauer hat die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin vom Tod ihres langjährigen DEGUM III-Mitglieds Prof. Dr. Karl-Heinz Schlensker erfahren.
Karl-Heinz Schlensker war ein renommierter Gynäkologe und Geburtshelfer, der insbesondere als deutscher Pionier der Ultraschalldiagnostik in Gynakologie und Geburtshilfe bekannt wurde. Er verstrab im Februar 2026 einen Tag vor seinem 85. Geburtstag.
Sein Medizinstudium absolvierte er von 1961 bis 1966 an der Universität zu Köln. Nach zweijähriger Medizinalassistentenzeit und Stabsarzttätigkeit bei der Bundeswehr verbrachte er von 1969 bis 1973 seine Facharztweiterbildung an der Universitäts-Frauenkinik Köln. Er promovierte an der medizinischen Fakultät der Universität zu Köln und habilitierte sich 1976 im Fach Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Als Oberarzt an der Universitäts-Frauenklinik Köln erhielt er 1981 von der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln die apl. Professur für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Ab 1984 war er erster Oberarzt der Universitäts-Frauenklinik Köln. 1992 wechselte er dann als Chefarzt der Frauenklinik ans Krankenhaus Siegburg, wo er bis 2008 tätig war. Danach war er noch in einer Gemeinschaftspraxis in Siegburg bis einen Tag vor seinem Tod tätig.
Schon in den Anfängen der klinischen Sonographie (A- und B-Mode) galt sein wissenschaftliches Interesse der Ultraschalldiagnostik in Gynäkologie und Geburtshilfe. Bereits 1971 publizierte er in der Zeitschrift Geburtshilfe und Frauenheilkunde einen ersten Artikel über die Anwendung der B-Bild-Ultraschalltechnik zur Lokalisation der Plazenta und zur Diagnose der Plazenta praevia. 1973 veröffentlichte er dann zusammen mit I.Decker in der Zeitschrift Geburtshilfe und Frauenheilkunde einen wissentschaftlichen Artikel über die Voraussage des kindlichen Geburtsgewichtes aufgrund der Ultraschallkephalometrie und Thorakometrie am Feten. Mit seinem im Thieme-Verlag Stuttgart 1975 erschienenen englischsprachigem „Atlas of Ultrasonic Diagnosis in Obstretrics and Gynecology“ mit deutschem Textheft setzte er einen Meilenstein in der pränatalen Diagnostik wie auch der Gynäkologie und erhielt früh die DEGUM-Stufe III für pränatale Diagnostik als höchste Qualifikationsstufe. Neben seiner Expertiese auf dem Gebiet der pränatalen Diagnostik verfügte er über weitreichende Qualifikationen auch in der gynäkologischen Sonographie, der gynäkologischen Endokrinologie und Reproduktionsmedizien, wie auch der Sonographie der weiblichen Brust.
Durch seine langjährige akademische Tätigkeit an der Universität zu Köln, seine Tätigkeit als Chefarzt und zuletzt in der Praxis hat er beleibende Spuren auf dem Gebiet der Frauenheilkunde hinterlassen. Durch sein frühes Interesse an der Sonographie in der Gynäkologie und Geburtshilfe hat der die Ultraschalldiagnostik in Deutschland wesentlich mitgeprägt. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin ist ihm für seinen richtungsweisenden Einsatz zu großem Dank verpflichtet.
Prof. Dr. Eberhard Merz
Prof. Dr. B.-J. Hackelöer
Prof. Dr. Dietmar Koischwitz
